IHEARTALICE.DE – Fashion- & Travel-Blog from Berlin/Germany by Alice M. Huynh: Travel Diary New York City / Top of the Rock / New York Skyline

Berlin over New York

Veränderungen sind gut, denn sie sind notwendig um sich weiterzuentwickeln. Doch manchmal kommen diese auch so unglaublich schnell und plötzlich klopfen diese an der Tür. So auch das Ende meines Modedesign Studium. Freunde, Familienmitglieder, flüchtige Bekannte und Kollegen stellten immer und immer wieder die gleiche Frage: „Und was machst du jetzt?“ – Ich hatte das Gefühl ich stünde vor einer großen Jury zur Wahl der Miss Universe und die Frage wurde zwar schon so oft gehört, dennoch wollten sie doch alle die perfekte Antwort á la „Weltfrieden“ hören.

Nachdem die ernüchterte Antwort ein Einfaches und Klares „Keine Ahnung, erst mal nichts.“ war, kam schon die zweite Frage hinterhergeschossen: „Aber du wirst doch sicherlich zu deinem Freund nach New York ziehen, oder? New York ist ja sooooo toll!“ – und ich rollte in Gedanken meine Augen und dachte nur daran, dass auch noch dies geklärt werden müsste.
Machen wir es kurz und schmerzlos: Ich bin kein Fan von New York. Ich möchte es jetzt nicht schlecht reden, aber so unglaublich in den Himmel Hochloben auch nicht. Ich habe dort 6 Monate verbracht, habe dort ein unbezahltes Praktikum absolviert – in einer der wohl angemerkt, teuersten Städte der Welt und hatte als Mitbewohner nicht nur Kakerlaken, sondern auch Ratten. Ja, New York kann unglaublich schön sein, wenn man die nötigen Mittel dazu hat.

„If you can make it here, you can make it everywhere.“

Nun, ich habe es wohl, wenn man es realistisch betrachtet, es in Big Apple nicht geschafft. Ich habe mein Praktikum vorzeitig beendet, habe nach dem Studium keine Jobanfrage von irgendwelchen Firmen bekommen, sondern wohne nun in Berlin und lebe mein Leben. Ich hätte mich auch zusammenreißen können, „So ist die Modebranche einfach„, das hätte ich vorher wissen müssen, meinten viele, doch ich weiß, dass jede Medaille bekanntlich zwei Seiten hat und eigentlich darf ich auch nicht so hart zu mir sein, denn es war wirklich gut, so wie es war. Ich habe einen Einblick in die Realität bekommen, habe das Gefühl von Fernweh zum ersten Mal verspürt und habe dort einen Mann kennengelernt, bei dem ich dachte, diese Art von Mann ist seit der Ära der Gentlemen schon ausgestorben und existieren nur noch in Hollywood Liebesschnulzen, die vor allem durch Ryan Gosling verkörpert werden. Wenn es also wohl wirklich einen „Traummann“ (für mich) gibt, dann ist er, mein New Yorker, wirklich sehr nah dran.

Dennoch traf ich die Entscheidung diesen Menschen gehen zu lassen, und nachdem schon 6 Monaten es „offiziell“ Schluss ist, denke ich noch sehr oft an ihn, an seine Warmherzigkeit und an seine Umarmungen. Doch meine Träume und meine Arbeit sind mir in diesem Augenblick, jetzt und hier, wichtiger, als (so schrecklich wie das auch klingen mag) ein Leben mit ihm in New York. Ich bin ein Gefühlsmensch und so war ich mir, als ich dann nun in den Umzugswagen stieg und in Berlin in der neuen Wohnung ankam, sicher, dass die Hauptstadt das Richtige für mich ist.

Hier bin ich nun, sitze in meiner renovierten Altbau Wohnung mitten in Berlin, schreibe diesen Blogeintrag und überlege, wie ich wohl die nächste freundschaftliche Mail an ihn beginne, und erinnere mich an folgendes Sprichwort:

„Man geht immer mit einem lachenden Auge und mit einem weinenden Auge.“

 

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English: Well, I guess I don’t need to tell you that changes are important. We grow and we learn from every change and every experience. While working on my graduate collection I got one specific question very often: „what do you wanna do now?“. It seemed like one of those questions, where you always have to have the right answer – but not me. I did not get any job oppurtunity after graduating, I did not apply for any master class neither internship. I just wanted to get away from all the fashion industry first, take a break and just move to Berlin, because I want to. And let’s be honest, I had enough of NYC. I actually don’t like it that much. I lived in New York for 6 months, worked as unpaid intern and also had cockroaches and rats as roomies. „If you can make it here, you can make it everywhere“, they say and that makes me think of failing big times in NYC. I quit my internship earlier than planed and even though I found love, I never felt home in this big crazy city. It has been 6 months now, that I broke up with my New Yorker and I still think of him, his kindness, smile and warm hugs but I knew there was something I still need to do. I always wanted to live in Berlin and since I don’t see myself in New York and he can’t see himself in Germany, it seems like there is no future for both of us. I’m sitting here in my big Berlin apartment, writing this blog entry and thinking about this saying: „with a tear in one eye and a smile in the other.“ Love, Alice.

4 Comments

  • 2 Jahren ago

    Krasse Entscheidung, diesen Menschen gehen zu lassen. Aber vielleicht trennen eure Wege sich ja nicht für immer. So oder so, ich wünsche dir, dass du glücklich wirst – wo immer dein Umzugswagen auch halten mag!

    Liebst, Bina
    stryleTZ

  • 2 Jahren ago

    Wie schön, dass du uns so einen ehrlichen Einblick gibst <3 Ich bin sicher, du hast die richtige Entscheidung getroffen!
    Liebste Grüße
    Alissa
    http://www.alissaloves.wordpress.com

  • 2 Jahren ago

    Wunderschöner Blogpost!
    Ich wünsche dir weiterhin nur das Beste

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